Behandlung im Notfall
nach BCG-Instillation
Symptome einer Blasenirritation < 48 h Symptomatische Behandlung
Symptome einer Blasenirritation > 48 h Unterbrechung der BCG-Behandlung. Quinolone sollten verabreicht werden. Falls nach 10 Tagen kein kompletter Rückgang der Symptomatik: Gabe von Isoniazid (INH) für 3 Monate. Falls eine tuberkulostatische Therapie eingeleitet wurde: Abbruch der BCG-Behandlung.
Bakterielle Harnwegsinfektion Aussetzen der BCG-Therapie bis zur Normalisierung des Urinbefundes und Ende der antibiotischen Therapie.
Andere unerwünschte Effekte im Urogenitaltrakt: symptomatische garnulomatöse Prostatitis, Epididymitis und Orchitis, Harnstauung und Nierenabszess Unterbrechung der BCG-Behandlung. Gabe von Isoniazid (INH)* und Rifampicin* für 3 bis 6 Monate. Falls eine tuberkulostatische Therapie eingeleitet wurde: Abbruch der BCG-Therapie.
Fieber < 38,5°C für < 48 h Symptomatische Behandlung mit Paracetamol.
Hautausschläge, Arthralgie oder Arthritis oder Reiter-Syndrom Unterbrechung der BCG-Therapie. Behandlung mit Antihistaminika oder nicht steroidalen anti-inflammatorischen Medikamenten. Falls kein Rückgang der Symptome: Gabe von Isoniazid* für 3 Monate. Falls eine tuberkulostatische Therapie eingeleitet wurde: Abbruch der BCG-Therapie.
Systemische BCG Reaktion ohne Zeichen eines septischen Schocks Abbruch der BCG-Behandlung. Dreifachtherapie mit Tuberkulostatika* über 6 Monate. Evtl. Konsultation eines Spezialisten für Infektionskrankheiten.
Systemische BCG Reaktion mit Zeichen eines septischen Schocks Abbruch der BCG-Therapie. Sofortige Dreifachtherapie mit Tuberkulostatika* kombiniert mit Hochdosistherapie schnellwirksamer Kortikoide. Konsultation eines Spezialisten für Infektionskrankheiten.
* Hinweis:
BCG-Bakterien sind derzeit gegenüber allen gängigen Tuberkulostatika sensitiv, außer gegen Pyrazinamid.
Bei einer Notwendigkeit einer Dreifachtherapie werden derzeit zumeist Isoniazid (INH), Rifampicin und
Ethambutol empfohlen.